Schwächen

There is a crack in everything…

That´s  how the light gets in. Diese Songzeile aus Leonard Cohens „anthem“ ist für mich das perfekte Sinnbild.

Schwächen sind die neuen Stärken! 

Auf die Frage nach persönlichen Schwächen ernten wir oftmals Schweigen oder Schulterzucken. Bestenfalls bekommen wir noch die Floskelpalette mit „ich kann so schlecht Nein sagen“, „ich hab keine Geduld“, „ich bin so schüchtern und kann nicht auf andere zugehen“ zu hören. Aber es ist auch kaum überraschend, dass wir mit unseren Schwächen wenig auskunftsfreudig sind. Denn niemand präsentiert gern die eigenen Makel auf dem Silbertablett. Für das Scheitern, für Komplexe und Unzulänglichkeiten ist wenig Platz in einer sich fortwährend „selbstoptimierenden“ Leistungsgesellschaft.

 

Maximal befassen wir uns mit der unliebsamen „Schwäche-Akte“ in Vorbereitung auf stereotypen Fragen in Vorstellungsgesprächen, nur um in der Auswahl und Beschreibung der Schwäche doch eine „Stärke“ zu verklausulieren.

Die selbstkritische Plattitüde „Ungeduld“ möge dem Entscheider suggerieren, dass wir permanent zupacken und Berge versetzen. Unabhängig davon, ob das auch der Wahrheit entspricht.

 

Doch was wäre, wenn wir uns unsere selbsternannten „Schwächen“ einmal genauer unter die Lupe nähmen und uns trauten, unsere Makel im Detail zu beleuchten und diese nicht ausschließlich auf unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten im Berufsleben zu beziehen?Was würden wir für ein Füllhorn an Eigenschaften und sogar Talenten entdecken!

Und wenn wir uns Fragen stellen und dabei aufspüren, dass unsere unliebsamen Fehler eigentlich gar keine Schwächen sind, sondern mitunter nur ein Perspektivwechsel wartet, um in unseren Schwächen größte Ressourcen zu erkennen.

Und sind es nicht gerade häufig die erkannten Ressourcen, die zur Kurskorrektur führen und uns manchmal ganz neue Wege einschlagen lassen?

 

 Entdecke Deine Ressourcen!